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	<title>Kolumnen Archive - Helge Thomsen</title>
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		<title>Kaltstartphase</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dev]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Apr 2020 09:44:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Abenteuerreise zurück in die automobilen Lehrjahre einer analogen Zeit. Persönlich und halb erinnert von Helge Thomsen ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://helgethomsen.com/kaltstartphase/">Kaltstartphase</a> erschien zuerst auf <a href="https://helgethomsen.com">Helge Thomsen</a>.</p>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async"  src="data:image/gif,GIF89a%01%00%01%00%80%00%00%00%00%00%FF%FF%FF%21%F9%04%01%00%00%00%00%2C%00%00%00%00%01%00%01%00%00%02%01D%00%3B" data-layzr="https://helgethomsen.com/wp-content/uploads/2020/04/rekord_d1-1024x768.jpg" alt="Kaltstartphase: Rekordfahrt von Helge Thomsen für PS Welt" class="wp-image-779"/></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Kaltstartphase</h2>



<p><strong>Für jeden postpubertären Führerscheinneuling gibt es Ende der 1980er Jahre nur ein Ziel: Ein eigener Schlitten, aber schnell. Eine Abenteuerreise zurück in die automobilen Lehrjahre einer analogen Zeit. Persönlich und halb erinnert von Helge Thomsen.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Rekordfahrt</h3>



<p>Manche Autos laufen einem einfach zu. Wie ein streunender Hund, der ein neues Herrchen sucht, das sich endlich mal kümmert. Dieser räudige Opel ist so ein verwahrlostes Ding. Wir wollen uns aber nicht kümmern, wollen nur abfahren. Kein Problem, schreit uns der Besitzer an, denn es ist brutal laut in unserer Dorfdisko „Kutsche“, die verqualmte Umgebungsluft mit Alkohol gesättigt. Als der DJ wie jeden Freitag Extrabreits „Flieger, grüß mir die Sonne“ auflegt, legt der Typ sein Verkaufsgrinsen auf. Er lallt irgendwas von „läuft super“ und „Tüv“. Seinen Namen habe ich sofort vergessen, aber als ich am nächsten Mittag verkatert aufwache, fällt mir der Wagen wieder ein. Der gehört nämlich jetzt uns. Für hart verhandelte 100 D-Mark hat er gestern am Cola-Korn-getränkten Tresen den Zündschlüssel und die Papiere rausgerückt, erinnert mich Kumpel A. </p>



<p>Wir beide sind jetzt also stolze Besitzer eines völlig heruntergerockten Opel Rekord D. Als wir ihn beim Verkäufer (sein Name ist mir immer noch nicht eingefallen) aus der verstaubten Scheune rollen, hält sich die Freude über diesen Blindkauf in Grenzen. Die 1974er Limousine im verbeulten Erstlack springt nicht an, steht mit verzogenem Fahrwerk in der Sonne, hat aber noch satte sechs Wochen Tüv und ist angemeldet. Wir wollten eigentlich direkt auf unsere hauseigene Teststrecke, die stillgelegte Kiesgrube am Ortsausgang, müssen die Fuhre aber erst einmal startklar machen. Die Garagenauffahrt der Eltern von Kumpel A. wird wie gewohnt als Werkstatt missbraucht. Vater W. regt sich wie immer über den Schrott auf, den wir anschleppen. Die Ölflecken der letzten automobilen Errungenschaft hatten wir gerade mühsam entfernt, jetzt kleckert der inkontinente Rüsselsheimer die Waschbetonplatten wieder voll. Wir krönen diese umweltfreundliche Aktion mit dem Ausbau des Benzintanks. Eine braune Suppe ergießt sich über die Auffahrt, erklärt aber auch, warum der ausgenudelte 1900er OHC nicht starten will. Wir reinigen Vergaser und Tank, bauen alles wieder zusammen und jubeln, als der Vierzylinder mit einer amtlichen Fehlzündung auf Drehzahl kommt. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async"  src="data:image/gif,GIF89a%01%00%01%00%80%00%00%00%00%00%FF%FF%FF%21%F9%04%01%00%00%00%00%2C%00%00%00%00%01%00%01%00%00%02%01D%00%3B" data-layzr="https://helgethomsen.com/wp-content/uploads/2020/04/rekord_d2.jpg" alt="" class="wp-image-808"/></figure>



<p>Das bereits Ende der 1980er Jahre biedere Image eines viertürigen Opel Rekord in Sierrabeige bereitet uns allerdings den ganzen Tag Kopfschmerzen. Der Einfluss der damals aktuellen Mad Max Filme ist stark in uns, mattschwarz gilt als die einzige Alternative zu Originallack und Spießigkeit. Wir sind dann doch zu faul, das Fahrzeug für eine Spontanlackierung zu säubern und ziehen rote Farbspraydosen aus Papas Regal in der Einzelgarage. 10 Minuten später ist aus dem Rest-Tüv-Rekord ein Statement gegen die Kleinbürgerlichkeit geworden. Der Vater flippt aus, als er das Ergebnis unserer Kreativität sieht: Suicide, Mad Max, Toecutter, Fuck for Tüv und eine mit 570 PS etwas optimistische Typenbezeichnung stellen ihn bei den Nachbarn bloss und er jagt uns wütend vom Grundstück.</p>



<p>Wir aber sind zufrieden mit unserer Schnell-Restaurierung und fahren mit quietschenden Reifen und wimmernder Hinterachse raus aus der 30-Zone, rein ins Abenteuer. Was alle bisher von uns erworbene Fahrzeuge hier in der Kiesgrube durchleben mussten, bleibt auch dem Rekord nicht erspart: Drifts um rostige Baukräne, Weitsprünge mit Höchstdrehzahl und schnelle Schlammdurchfahrten trainieren Mensch und Maschine und legten so ganz nebenbei den Grundstein für eine bis heute zweifelhafte Karriere im Rennsportbereich. Gerade als das Blaupunkt Kassettenradio mit Motörheads neuer Single „Deaf forever“ die scheppernden Kipphebel übertönt, verreißt A. das Dreispeichenlenkrad und verformt den Vorderwagen kalt an einem geparkten Caterpillar-Bagger. Hier ist die kurze Rekordfahrt spontan zu Ende. Wir schrauben schnell die Kennzeichen ab und rufen aus der nächsten Telefonzelle den alten Baumann an. Der Schrotthändler kennt derartige Anrufe bereits von uns und holt das Unfallfahrzeug sofort mit seinem Hanomag-Abschlepper ab. Blöde Kommentare kann er sich natürlich nicht verkneifen, als er den Rekord neben diversen Schrottkisten aus unserer Stockcar-Schmiede zu Grabe trägt. Uns egal, nächsten Freitag ist wieder „Kutsche“.</p>



<div style="height:32px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Text/Fotos: Helge Thomsen</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://www.welt.de/motor/article163812852/Ein-Opel-fuer-hart-verhandelte-100-D-Mark.html?wtrid=onsite.onsitesearch%20)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aus PS Welt</a></h4>
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		<title>Der Style kommt nicht mit der Post!</title>
		<link>https://helgethomsen.com/der-style-kommt-nicht-mit-der-post/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2020 11:27:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ALLGEMEIN]]></category>
		<category><![CDATA[KOLUMNEN]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Street Magazine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf dem kurvigen Highway ins Erwachsenenalter hat damals wohl jeder pubertierende Kerl in verschiedene Subkulturen reingeschnüffelt, um seinen eigenen Style zu finden. ...</p>
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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async"  src="data:image/gif,GIF89a%01%00%01%00%80%00%00%00%00%00%FF%FF%FF%21%F9%04%01%00%00%00%00%2C%00%00%00%00%01%00%01%00%00%02%01D%00%3B" data-layzr="https://helgethomsen.com/wp-content/uploads/2020/04/Kolumne-SM-3-1000x688-1.jpg" alt="Der Style kommt nicht mit der Post! – Kolumne für das Street Magazine Ausgabe 03-2018" class="wp-image-523"/></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der Style kommt nicht mit der Post!</h2>



<p><strong>Auf dem kurvigen Highway ins Erwachsenenalter hat damals wohl jeder pubertierende Kerl in verschiedene Subkulturen reingeschnüffelt, um seinen eigenen Style zu finden. Popper, Punker oder Rocker, was durfte es denn sein? Um wirklich reinzukommen in die Szene, galt der jeweilige Dresscode als Eintrittskarte. Hatte man endlich die angesagten Klamotten auf Flohmärkten und Veranstaltungen abgegriffen oder durch hart erarbeiteten Respekt dem großen Bruder abgequatscht, konnte es losgehen. Einmal drin, musste man sich durch Know-how und artgerechtes Benehmen die Anerkennung der Szene verdienen. Wer drin war, blieb auch drin.</strong></p>



<p>Und heute? Im Internet diktieren Mode-Blogger und Style-Influencer jedem noch so orientierungslosen Follower, was er für sein Wunsch-Image braucht. Der Quereinstieg in eine Subkultur ist jetzt in Echtzeit möglich. Wie wärs mit der US-Car-Szene? Fette Karren, Rock ’n’ Roll und tätowierte Chicks. Die Transformation vom Ottonormalbenzinverbraucher zum V8-Rocker dauert nur einen Mausklick, schon liefert Schnäppchengigant Amazon das volle Programm frei Haus: Flammenhemd, Hot Rod-Aufnäher, nicht lizenzierte Shelby-Jacke, Mopar-Basecap und Totenkopfring. Mit umgekrempelter Vintage-Jeans dann noch schnell beim Tätowierer die Unterarme mit Flames, Hot Rods und Pin-ups zuhacken lassen, fertig ist der Authentic-V8-Style. Anschließend lungert der frisch frisierte Ami-Freak (eine Wortschöpfung aus den 1980ern) auf sämtlichen US-Car-Meetings herum, um die Atmosphäre abzuschnorren, denn für das Wichtigste in seinem neuen kulturellen Umfeld hat es bisher noch nicht gereicht: einen eigenen Schlitten unterm Arsch. Und der ist existenziell, soll das Outfit nicht als Faschingsverkleidung fürs Wochenende interpretiert werden. Zurück im Internet verstummen auf einmal die Influencer und Style-Guides, wenn es um den Kauf eines US-Cars geht, denn hier zählen echte Erfahrungswerte. Es hilft nix, trotz gefährlichem Halbwissen muss sich der V8-Styler dann ins US-Car-Forum wagen, um die nötigen Tipps abzugreifen. Man will sich schließlich keinen Schrott andrehen lassen. Nicht auszudenken, mit uncooler Warnreste am Standstreifen und ratlosem Blick an der offenen Airgrabber-Haube erwischt zu werden. Rollt er endlich mit eigener Karre aufs Meeting, ist ihm der Respekt sicher, denn die optische Assimilation mit dem V8 hat ja schon vorher stattgefunden. Willkommen in der Szene.</p>



<div style="height:32px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Text: Helge Thomsen<br>Foto: Dirk Behlau</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">Aus Street Magazine 03-2018</h4>
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		<title>Offene Beziehung!</title>
		<link>https://helgethomsen.com/offene-beziehung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2020 11:05:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Automobil als Statussymbol und Ausdruck der eigenen Persönlichkeit hat ausgedient? Abenteuer und Roadtrips laufen heute über Google Earth und Billigflieger? Die Kids stehen auf Smart Phones und Car Sharing? Alles Blödsinn. ..</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://helgethomsen.com/offene-beziehung/">Offene Beziehung!</a> erschien zuerst auf <a href="https://helgethomsen.com">Helge Thomsen</a>.</p>
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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async"  src="data:image/gif,GIF89a%01%00%01%00%80%00%00%00%00%00%FF%FF%FF%21%F9%04%01%00%00%00%00%2C%00%00%00%00%01%00%01%00%00%02%01D%00%3B" data-layzr="https://helgethomsen.com/wp-content/uploads/2020/04/Bild-SM-1-1000x688-1.jpg" alt="Offene Beziehung! – Kolumne für das Street Magazine Ausgabe 01-2018" class="wp-image-518"/></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Offene Beziehung!</h2>



<p><strong>Das Automobil als Statussymbol und Ausdruck der eigenen Persönlichkeit hat ausgedient? Abenteuer und Roadtrips laufen heute über Google Earth und Billigflieger? Die Kids stehen auf Smart Phones und Car Sharing? Alles Blödsinn. </strong></p>



<p>Hat schon mal jemand erfolgreich ein erstes Date im Smart to Go klar gemacht? Oder jemanden nachhaltig damit beeindruckt, durchs instagramte Fake-Leben zu wischen? Die Evolution hat schon immer die Starken, die Vorlauten und die Extrovertierten bevorzugt, die im echten Leben was Fettes am Start haben. Leider läuft dieses Balzverhalten mittlerweile mit zweifelhaften Objekten. Durch geschickt manipulierte Werbemaßnahmen glaubt der völlig irregeleitete Konsument, er müsse ganz stylo mit dem Plastik-SUV aufs Gewinde hauen. Natürlich matt foliert und mit Klappenauspuff, damit auch jeder Fußgänger in der City weiß, wer hier den Dicksten hat. Irgendwie haben diese selbsternannten Alphatiere nicht mitbekommen, dass das Image ihrer Leasing-Gurken mittlerweile noch tiefer liegt als der Eimer selbst.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Hat schon mal jemand erfolgreich ein erstes Date im Smart to Go klar gemacht?</h4>



<p>Wer also lieber mit Stil zum Angeber mutieren möchte, greift am besten ins oberste Regal amerikanischer Automobilhersteller. Die haben für solche Ambitionen seit Jahrzehnten ihre Fullsize-Modelle im Programm. Chrom, Luxus und Hubraum heißt die Währung, mit der man sich überall Anerkennung verschaffen kann. Wem das immer noch zu mickrig ist, kreuzt im Farbprospekt „Convertible“ an. Die Königsklasse der Angeberautos ist nämlich offen, und zwar so richtig. Zwei Tonnen Stahl und mindestens sechs Meter Penisverlängerung offenbaren ohne Überrollbügel und Pussy-Windschott endlich auch das Wichtigste an diesem Fetisch: Den extrovertierten Besitzer selbst. Der Poser lümmelt sich dann mit Schlangenlederstiefeln und Flammenhemd über der Cola-Wampe ins elektrisch verstellbare Kunstledersofa. Mit dem Dach runter und dem tätowierten Unterarm raus cruist er dann auf der Hauptstraße seiner Vorstadt so lange hin und her, bis die aufgebrezelte Dorfschönheit einsteigt, oder, viel wahrscheinlicher, bis der Tank leer ist. Wozu dieser Blödsinn? Weil der Benzinmensch nun mal so ist, und weil etwas Angeberei mit einem offenen V8 den langweiligen Individualverkehr kräftig auflockert. Also, posen statt posten!</p>



<div style="height:32px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Text: Helge Thomsen<br>Foto: Carlos Kella</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">Aus Street Magazine 01-2018</h4>
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